50 Jahre Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Kreis Coesfeld

Seit 50 Jahren gibt es im Kreis Coesfeld die Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Bistums Münster. Dr. Elisabeth Chmielus, Susanne Pfitzenreuter und Beate Henke (von links) leiten die Beratungsstellen in Lüdinghausen, Dülmen und Coesfeld.

Gemeinsam mit den Klienten auf der Suche
50 Jahre Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Kreis Coesfeld

Kreis Coesfeld (pbm/mek). Seit 50 Jahren engagieren sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ehe-, Familien- und Lebensberatung des Bistums Münster an drei Standorten im Kreis Coesfeld. In Coesfeld, Dülmen und Lüdinghausen bieten sie Menschen in unterschiedlichen Lebens- und Problemlagen professionelle Hilfe an. Dabei reichen die Anfragen von der Paarberatung über Gespräche zu Themen wie Trauma oder Trauer bis hin zur Sexualität und Kinderwunsch. Auch wenn Corona bedingt die geplanten Feierlichkeiten abgesagt werden mussten, möchten die Mitarbeitenden doch auf dieses besondere Jubiläum aufmerksam machen. Rund 100.000 Beratungsgespräche haben sie in den vergangenen 25 Jahren mit 26.379 Klienten geführt. „Leider liegen uns für den Zeitraum davor keine verlässlichen Daten vor. Wir erstellen erst seit 1994 eine systematische Statistik", informiert Beate Henke, Stellenleiterin in Coesfeld.

„Das habe ich noch nie jemandem erzählt." Diesen Satz hören die Beraterinnen häufig in ihren Gesprächen. „Klienten können in diesem geschützten Raum ihre Gedanken formulieren, auch die, die von der Gesellschaft wenig akzeptiert sind. Zum Leben gehören Gefühle wie Neid, Wut oder Scham dazu", sagt Dr. Elisabeth Chmielus, die seit elf Jahren die Beratungsstelle in Lüdinghausen leitet. Und Susanne Pfitzenreuter, seit 1993 Leiterin der Beratungsstelle in Dülmen, fügt hinzu: „Wir urteilen nicht, sondern sind interessiert und offen. Wir helfen den Klienten, eine Entscheidung zu treffen, die für sie richtig ist." Die Themen ergäben sich aus sehr unterschiedlichen Lebenslagen. Der erste Schritt in die Beratungsstelle sei nicht immer einfach für die Ratsuchenden. „Die, die zu uns kommen, setzen sich für eine Veränderung ein. Durch ihren Mut zeigen sie, dass sie an ihrem Thema arbeiten möchten", sagt Henke. Häufig seien sie nach dem ersten Gespräch erleichtert. Es habe gut getan und sei gar nicht so tragisch gewesen wie erwartet, hätten sie häufig zurückgemeldet.

Die kreisweit 19 Beraterinnen und Berater in den drei Einrichtungen kommen aus unterschiedlichen Berufsfeldern. Dabei reicht der Bogen von Psychologen, Pädagogen, Theologen bis hin zur Ärztin. Eines haben sie aber alle gemeinsam: eine zusätzliche Qualifikation in der Ehe-, Familien- und Lebensberatung. „Früher war es ein vierjähriger Ausbildungsgang. Seit ein paar Jahren gibt es ein Masterstudium in Kooperation mit der katholischen Hochschule in Münster", informiert Pfitzenreuter. Darüber hinaus gebe es ein regelmäßig qualifiziertes Fortbildungsangebot.

„Wir nehmen die Menschen an wie sie sind. Ganz im Sinn eines humanistisch-christlichen Menschenbildes", erklärt Chmielus. Das Angebot sei getragen von der katholischen Kirche. „Das heißt aber nicht, dass es bestimmte Normen gibt, nach denen die Ratsuchenden bewertet werden, wie es vielleicht noch in manchen Köpfen verankert ist", betont Henke. „Jeder darf mit jedem Thema zu uns kommen. Wir verstehen uns als psychologischer Fachdienst des Bistums. Wir moralisieren nicht, sondern begeben uns gemeinsam mit den Klienten auf die Suche", ergänzt Pfitzenreuter.

Weitere Informationen zur Ehe-, Familien- und Lebensberatung im Bistum Münster sowie zu den einzelnen Beratungsstellen gibt es im Internet unter der Adresse www.ehefamilieleben.de.


Foto:
Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe
31.07.2020

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