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missio-Gäste aus Myanmar berichten von gelebter Solidarität und Glauben

Ungewöhnliche Klänge und beeindruckende Schilderungen erlebten Interessierte am Sonntag, 5. Oktober, in der St.-Jakobi-Kirche in Coesfeld. Zu Gast waren Erzbischof Marco Tin Win, Schwester Agatha Emi Soe aus Myandmar und der einzige burmesische Musiker Hein Tint. Anlass ist der Monat der Weltmission des Hilfswerks missio.

Josefine Wahle, missio-Beauftragte des Bistums Münster, Schwester Agatha Emi Soe, Erzbischof Marco Tin Win und Musiker Hein Tint bereicherten die Besucherinnen und Besucher im Paradies der St.-Jakobi-Kirche zum Weltmissionssonntag sowohl inhaltlich als auch musikalisch mit neuen Perspektiven auf das Land Myanmar.

Zwischen Trommelklängen und Glaubenszeugnissen im Paradies
missio-Gäste aus Myanmar berichten von gelebter Solidarität und Glauben

Coesfeld (pbm/mek). Am Sonntag, 5. Oktober, wehte internationales Flair durch das Paradies der St.-Jakobi-Kirche in Coesfeld. Josefine Wahle, missio-Beauftragte des Bistums Münster, eröffnete gemeinsam mit Gästen aus Myanmar den Monat der Weltmission sowie eine begleitende Ausstellung. Die größte Solidaritätsaktion der Katholiken weltweit steht in diesem Jahr unter dem Motto „Hoffnung, die nicht zugrunde geht“ und richtet den Blick auf Myanmar, ein Land in Südostasien, das nicht nur unter einem Bürgerkrieg leidet, sondern auch mit den Folgen eines verheerenden Erdbebens der Stärke 7,7 Ende März zu kämpfen hat.

Aus erster Hand berichteten Erzbischof Marco Tin Win und Schwester Agatha Emi Soe von ihrem Einsatz für die Menschen in Myanmar, wo Christen mit nur sechs Prozent der Bevölkerung eine deutliche Minderheit bilden. 86 Prozent der Bevölkerung sind Buddhisten, vier Prozent Muslime. „Wir leben in einem friedvollen Miteinander“, betonte der Erzbischof, der sich in der Bischofskonferenz Myanmars für den interreligiösen Dialog engagiert. Dennoch sei das Land durch seine Geschichte und aktuelle Konflikte stark gebeutelt. „Das Erdbeben hat die ohnehin große Not weiter verschärft. Wir haben unsere Türen für alle geöffnet, damit sie ihr Leben neu gestalten können“, berichtete der 65-Jährige, der seit 2019 dem Erzbistum Mandalay vorsteht. Als Bischof in einem zerrissenen Land stehe er täglich vor großen Herausforderungen. „Gemeinsam mit Priestern, Ordensleuten und Freiwilligen helfen wir Menschen, die vor militärischen Angriffen fliehen mussten oder beim Erdbeben alles verloren haben. Die Unterstützung von missio ermöglicht es uns, vielen zur Seite zu stehen“, sagte er.

Schwester Agatha Emi Soe engagiert sich besonders für junge Menschen. In einem Internat betreut sie Kinder, die sonst kaum Zugang zu Bildung hätten. Als vor zwei Jahren die Kämpfe eskalierten, mussten sie und ihre Mitschwestern gemeinsam mit den Schülerinnen aus Loikaw fliehen. In Nyaung Shwe fanden sie ein neues Zuhause, ein kleines Haus, in dem sie nun mit 30 Mädchen leben. „Es ist sehr eng, und die Kinder haben keinen Platz zum Spielen. Aber wir sind dankbar, dass wir an einem sicheren Ort sind, wo die Mädchen lernen und auch psychologisch betreut werden können“, berichtete sie. Auch diese Arbeit wird von missio unterstützt.

Beide Gäste waren sich einig: Inmitten der schwierigen Situation gibt ihnen ihr Glaube Hoffnung. „Das Gebet ist nicht nur für uns ein Anker, sondern auch für viele Menschen unterschiedlicher Religionen. Der Glaube ist das Einzige, was bleibt“, sagte der Erzbischof. Schwester Emi schöpft Kraft aus ihrem unerschütterlichen Vertrauen in die Liebe Gottes. „Aber auch die Begegnungen mit den Menschen, das Lachen der Mädchen und ihre Hoffnung auf die Zukunft motivieren mich, Tag für Tag weiterzumachen“, ergänzte sie.

Musikalisch entführte der burmesische Hsaing-Waing-Meister Hein Tint die Besucherinnen und Besucher nach Südostasien. Auf 21 gestimmten Handtrommeln, die kreisförmig angeordnet sind, ließ er traditionelle burmesische Musik erklingen. Der 48-Jährige wurde in Myanmar geboren und lebt heute mit seiner Familie in Berlin.


 

Foto: 
Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe
08.10.2025