Nah an den Menschen, stark in der Region
Mehr als 256.000 Teilnehmende bestätigen die Bedeutung des Katholischen Bildungsforums Coesfeld
Kreisdekanat Coesfeld. Die katholischen Familienbildungsstätten und Kreisbildungswerke im Bistum Münster haben im vergangenen Jahr rund 1,3 Millionen Besucherinnen und Besucher erreicht. Einen erheblichen Anteil daran hat das Katholische Bildungsforum Coesfeld mit mehr als 256.000 Teilnehmenden an seinen Standorten in Coesfeld, Dülmen, Lüdinghausen, Selm und Werne. Ein Gespräch mit den beiden Geschäftsführern Boris Sander und Benedikt Helmich sowie Jörg Hagemann, Kreisdechant des Kreises Coesfeld und Vorsitzender des Bildungsforums Coesfeld.
Frage: Wie bewerten Sie dieses Ergebnis?
Boris Sander: Das ist ein unglaublich starkes Zeichen dafür, wie wichtig Bildungs- und Begegnungsangebote für Menschen heute sind. Viele suchen Orientierung, Austausch und persönliche Weiterentwicklung – und genau das bieten wir. Diese Zahl bestätigt unsere Arbeit sehr deutlich und hat uns tatsächlich ein echtes „WOW“ entlockt.
Benedikt Helmich: Dem kann ich mich nur anschließen. Aus wirtschaftlicher Sicht zeigt dieses Ergebnis auch, dass unsere Angebote eine hohe gesellschaftliche Relevanz haben und nachhaltig genutzt werden. Das ist eine wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung unserer Einrichtungen.
Frage: Das Bildungsforum Coesfeld hat mit mehr als 256.000 Teilnehmenden einen erheblichen Anteil daran. Was zeichnet Ihre Einrichtungen besonders aus?
Boris Sander: Unsere große Stärke ist die regionale Nähe. Mit unseren Standorten in Coesfeld, Dülmen, Lüdinghausen, Selm und Werne sind wir direkt bei den Menschen und kennen ihre Bedürfnisse sehr genau.
Benedikt Helmich: Ergänzend dazu ist unser Netzwerk entscheidend. Durch den Zusammenschluss der Familienbildungsstätten und des Katholischen Kreisbildungswerks bündeln wir Kompetenzen und können Ressourcen effizient einsetzen.
Frage: Herr Helmich, Sie verantworten insbesondere den wirtschaftlichen Bereich. Wie wichtig ist dieser Aspekt für den Erfolg?
Benedikt Helmich: Ein solides wirtschaftliches Fundament ist unerlässlich. Es ermöglicht uns, qualitativ hochwertige Angebote bereitzustellen und gleichzeitig flexibel auf neue Anforderungen zu reagieren. Unser Ziel ist es, wirtschaftliche Stabilität mit gesellschaftlichem Auftrag in Einklang zu bringen.
Frage: Herr Sander, wie würden Sie das Profil des Bildungsforums Coesfeld beschreiben?
Boris Sander (lacht): Wir verstehen uns als Einrichtung der Erwachsenen- und Familienbildung, die Menschen in allen Lebensphasen begleitet. Dabei geht es um persönliches Wachstum, soziale Kompetenzen und das Zusammenleben in Familien und Gesellschaft. Gleichzeitig vergessen wir nie unsere Wurzeln: die katholischen Mütterschulen, die vielerorts vor mehr als 60 Jahren gegründet wurden. Unsere Heimat ist das Bistum Münster, unser Auftrag ist eine starke und solidarische Gesellschaft. Das klingt vielleicht äußerst ambitioniert – aber es ist unglaublich wichtig.
Jörg Hagemann: Gleichzeitig sind wir ein verlässlicher Anbieter von Weiterbildung mit klaren Strukturen und professionellen Angeboten innerhalb und außerhalb unserer Kirche.
Frage: Welche Themen stehen bei Ihnen im Mittelpunkt?
Benedikt Helmich: Wir achten darauf, dass unsere Angebote wirtschaftlich tragfähig bleiben und gleichzeitig möglichst vielen Menschen offenstehen. Daher müssen sie so günstig wie möglich bleiben. Deshalb danken wir ausdrücklich auch unseren Fördervereinen und Stiftungen, die unsere Arbeit enorm unterstützen.
Boris Sander: Unser Bildungsspektrum ist sehr breit: Eltern- und Familienbildung, Gesundheitsangebote, kreative Kurse sowie gesellschaftliche und spirituelle Themen. Wichtig ist uns dabei immer die Lebensnähe.
Frage: Ihre Angebote richten sich an alle Menschen. Warum ist diese Offenheit so wichtig?
Benedikt Helmich: Diese Offenheit ist gesellschaftlich enorm wichtig. Sie fördert Teilhabe und stärkt den Zusammenhalt – und das ist langfristig auch für stabile gesellschaftliche Strukturen entscheidend ….
Jörg Hagemann: … und es findet längst nicht mehr jeder und jede zu uns als Kirche, zu uns als Bildungseinrichtung aber sehr wohl.
Boris Sander: Bildung sollte immer inklusiv sein. Wir möchten Räume schaffen, in denen sich jeder willkommen fühlt – unabhängig von Herkunft, Glauben oder Lebenssituation. Das schafft Verständnis füreinander – und das ist heute eine der wichtigsten Kompetenzen überhaupt.
Frage: Herr Hagemann, welche Bedeutung haben Familienbildungsstätten und Kreisbildungswerke aus Sicht der katholischen Kirche?
Jörg Hagemann: Familienbildungsstätten und Kreisbildungswerke sind für die katholische Kirche von unschätzbarem Wert. Hier begegnet Kirche den Menschen mitten im Alltag – offen, niedrigschwellig und lebensnah. Bildung, Begegnung und Begleitung gehören seit jeher zum Kern kirchlichen Handelns. Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Veränderungen sind diese Orte wichtig, weil sie Gemeinschaft stiften und Orientierung geben.
Frage: Sehen Sie darin auch eine Zukunftsperspektive für kirchliche Standorte?
Jörg Hagemann: Unbedingt. Wir werden uns in den kommenden Jahren intensiv mit der Frage beschäftigen müssen, wie wir kirchliche und umgewidmete Kirchgebäude künftig nutzen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Familienbildungsstätten und Bildungswerke künftig noch stärker in Kirchgebäuden beheimatet sein werden. Das wäre aus meiner Sicht ein starkes Zeichen: Orte des Glaubens bleiben Orte der Begegnung, des Lernens und des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Frage: Welche Rolle spielt das Bildungsforum in der Region?
Boris Sander: Nun ja, wenn wir das so genau wüssten. Eigentlich müssen das andere beantworten – vielleicht die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister unserer Standorte oder der Landrat. Aber wenn man unsere Teilnehmenden – dazu zählen auch der eine Bürgermeister oder die andere Bürgermeisterin – fragen würde, bekämen wir vermutlich ein sehr starkes Votum. Wir sind nicht nur Bildungsanbieter, sondern auch Begegnungsorte. Menschen kommen zusammen, tauschen sich aus und entwickeln sich weiter. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir für viele Menschen im Münsterland eine wichtige Rolle spielen.
Benedikt Helmich: Gleichzeitig sind wir ein verlässlicher Partner für Kommunen und andere Institutionen in der Region. Diese Zusammenarbeit ist auch strukturell und wirtschaftlich sehr wertvoll.
Frage: Wie blicken Sie in die Zukunft?
Jörg Hagemann: Unglaublich positiv. Wir haben nicht nur sehr gute Besucherzahlen, sondern positive Rückmeldungen zum Programm und zu unserer mehreren hundert Dozentinnen und Dozenten. Das macht uns sehr glücklich.
Boris Sander: Wir wollen weiterhin nah an den Menschen bleiben und unsere Angebote bedarfsgerecht weiterentwickeln – insbesondere mit Blick auf gesellschaftliche Veränderungen.
Benedikt Helmich: Und wir werden darauf achten, dass wir dabei wirtschaftlich stabil und zukunftsfähig bleiben. So können wir unsere Bildungsarbeit langfristig sichern und weiter ausbauen.
Vielen Dank für das Gespräch.
Bild: Statistik Besucherzahlen 2021-2025
Kath. Bildungsforum Coesfeld
15.07.2026