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Kritik des Bistums Münster an geplanten Kürzungen in Familienbildung

Der nordrhein-westfälische Landtag beschäftigt sich in dieser Woche mit dem Haushalt für 2025. Die in den bisherigen Planungen vorgesehenen Kürzungen in der Familienbildung hätten nach Einschätzung von Dr. Klaus Winterkamp, Generalvikar des Bistums Münster, fatale Auswirkungen.

Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp

„Sozial ungerecht und die falsche Entscheidung für unser aller Zukunft“
Kritik des Bistums Münster an geplanten Kürzungen in Familienbildung

Münster (pbm/al). Im nordrhein-westfälischen Landtag steht in der Woche ab dem 2. Dezember der Haushalt für das Jahr 2025 auf der Tagesordnung. Nach derzeitigem Stand plant die Landesregierung deutliche Kürzungen im sozialen Bereich, unter anderem auch in der Familienbildung. Das sieht, wie die Vertreterinnen und Vertreter vieler anderer Träger auch, Generalvikar Dr. Klaus Winterkamp für das Bistum Münster mehr als kritisch.
 
Winterkamp bemängelt, dass die geplanten Kürzungen in der Familienbildung zu Lasten von Kindern, jungen Familien, Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit Behinderung gehen. „Das ist sozial ungerecht und zugleich die falsche Entscheidung für unser aller Zukunft“, betont er.

Konkret plane das Land Streichungen unter anderem bei Elternstart NRW – das sind präventive Einstiegsangebote für junge Familien –, bei der Kooperation mit Familienzentren (Kindertageseinrichtungen) und bei Gebührennachlässen für sozial benachteiligte Menschen. „Man kürzt also bei der Begleitung und Förderung von Menschen, die ohnehin vor besonderen Herausforderungen stehen, die aber gleichzeitig wertvolle Potenziale für die Zukunft der Gesellschaft mit sich bringen“, sagt Winterkamp.
 
Er gibt zu bedenken: „Es ist unsere Aufgabe als gesellschaftliche Akteurinnen und Akteure, die Menschen bei der Entfaltung dieser Potenziale zu unterstützen. Als Kirche möchten und werden wir uns hier weiter engagieren. Wir sind aber – angesichts steigender Kosten und unserer eigenen schwierigen Haushaltslage – darauf angewiesen, dass der Staat seinen Teil leistet. Er ist in erster Linie für gute und gerechte Startbedingungen für alle Menschen verantwortlich.“
 
Das Land dürfe sich deshalb nicht aus der Verantwortung zurückziehen, die es gerade für Kinder, junge Familien, Menschen mit Migrationshintergrund und Menschen mit Behinderung hat. „Andernfalls würgt es die Potenziale dieser Gruppen ungenutzt ab und trägt gleichzeitig zu einer weiteren Öffnung der sozialen Schere in unserer Gesellschaft bei“, warnt der Generalvikar.

 

Pressedienst Bistum Münster
04.12.2024