Kirche im ländlichen Raum: Neue Wege in größeren Strukturen

Wie geht es Kirche im ländlichen Raum, wenn Räume immer größer werden? Darüber diskutierten der Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz und die Referentin im Bereich Kirchenentwicklung im Bistum Münster, Daniela Kornek bei einer Veranstaltung des 104. Katholikentag in Würzburg.

Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz, die Referentin im Bereich Kirchenentwicklung im Bistum Münster, Daniela Kornek und die Bundesgeschäftsführerin der Katholischen Landvolkbewegung Deutschland sprechen mit interessierten Teilnehmenden des 104. Katholikentags in Würzburg über die Entwicklung von Kirche im ländlichen Raum.

Kirche im ländlichen Raum: Neue Wege in größeren Strukturen
Chancen, Herausforderungen und neue Perspektiven für Kirche in der Fläche

Würzburg (pbm/lb). - Wie geht es Kirche im ländlichen Raum, wenn Räume immer größer werden? Diese Frage warf Bettina Locklair, Bundesgeschäftsführerin der Katholischen Landvolkbewegung Deutschland (KLB), bei einer Veranstaltung unter dem Titel „Wo ist die nächste (Glaubens-) Tankstelle?“ beim 104. Katholikentag in Würzburg auf. Der Paderborner Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz und die Referentin im Bereich Kirchenentwicklung im Bistum Münster, Daniela Kornek, gaben kurze Impulse zu dieser Frage. Anschließend wurde an drei Tischen im voll besetzten Raum über Probleme und Chancen von Kirchenentwicklung diskutiert.

„Kirche muss dort sein, wo das Leben spielt“, betonte Erzbischof Bentz in seinem kurzen Impuls vor der Austauschrunde. „Strukturen bieten nur Rahmen“, sagte er.

Dafür müssten die Ressourcen, die der ländliche Raum habe, von der Kirche entdeckt und die Akteure vor Ort befähigt werden, diese Ressourcen zu nutzen. 

Er griff das Bild der Tankstelle auf und betonte, es brauche Gesichter und Orte mit Strahlkraft, an denen Menschen auftanken, um in der Fläche vor Ort Kirche zu sein. Es brauche Orte, an denen Menschen das Leben miteinander teilen. Das seien zum Beispiel Schützenhallen, die für viele verschiedene Anlässe verwendet würden. Dabei sei es auch wichtig, offen für Kooperationen über den eigenen Kirchraum hinaus zu sein.  Kirchenentwicklung dürfe dabei nie gegen die lokale Wirklichkeit laufen.

„Wir können die Veränderungen von Kirche nicht stoppen“, betonte Daniela Kornek. „Dinge werden sich verändern.“ Gerade Menschen, die lange an einem Ort gelebt haben, würde es schwerfallen, wenn Kirchgebäude umgenutzt oder aufgegeben werden müssen. Diesen Trauerprozess gelte es sensibel zu begleiten. Dennoch müssten Veränderungen nicht immer wehtun, sondern könnten auch als Chance begriffen werden.

Es gehöre zum Wesen von Kirche, dass sie sich verändert. Gemeinschaft könne heute am besten über Themen gefunden werden die es vor Ort gibt und die verbinden, betonte die Havixbeckerin. Dabei gelte es auch, sich die Frage zu stellen, für wen und mit wem wir in Zukunft Kirche sein wollen.

„Wir sollten uns nicht an dem abarbeiten, was nicht geht, sondern erkennen, was möglich ist“, betonte Kornek. Erzbischof Bentz fasste die Diskussionspunkte anhand eines Zitates von Ignatius von Loyola zusammen. Demnach würden die wenigsten erkennen, was Gott aus ihnen machen könne, wenn sie sich Gott und seinem Geist anvertrauten.

 

Foto: 
Bischöfliche Pressestelle / Lara Bergjohann
20.05.2026