Eine Firmvorbereitung, die bewegt
Jugendliche bereiten sich im Pastoralen Raum Coesfeld auf ihre Firmung vor
Coesfeld (pbm/mek). 107 Jugendliche bereiten sich derzeit im Pastoralen Raum Coesfeld auf ihre Firmung vor. Zum zweiten Mal laden die drei Pfarreien St. Johannes Lette, St. Lamberti und Anna Katharina gemeinsam die 15- und 16 Jährigen zur Vorbereitung ein. „Die Grenzen der Schulklassen halten sich nicht an Pfarreigrenzen“, sagt Eva Brambrink lächelnd, die gemeinsam mit Pater Thaddäus die Firmvorbereitung verantwortet. „Und gemeinsam können wir den Jugendlichen einfach mehr anbieten“, ergänzt die Pastoralassistentin.
So konnten die Firmanden aus zwölf sozialen Projekten wählen, die von der Smartphonesprechstunde über die Pflege von Kriegsgräbern oder die Mitarbeit im Caritas-Möbelladen bis zur Begleitung der Sternsinger reichten. Auch beim Workshopnachmittag standen mehrere Angebote zur Wahl: ein „Crashkurs Firmung“, ein Nachmittag zu den „Sieben Gaben des Heiligen Geistes“ in den Pfarrheimen oder erstmals ein sportlicher Parcours zum Thema „Heiliger Geist“, entwickelt vom DJK-Diözesanverband Münster.
Rund 40 Jugendliche entschieden sich für die sportliche Variante. Für sie ging es nicht ins Pfarrheim, sondern in die Turnhalle des Pictorius-Kollegs. Freizeitkleidung wurde gegen Sportzeug getauscht, der Stuhlkreis gegen Bewegungsstationen. Entsprechend lebhaft wurde es in der Halle. „Bewegte Firmung“ heißt das neue Format: ein spiritueller Trainingsparcours, der Glaube, Körper und Gemeinschaft auf überraschende Weise verbindet. „Ihr werdet spüren, was in euch steckt und vielleicht über eure Grenzen hinausgehen“, begrüßte Marcus Porsche, Pastoralreferent und geistlicher Beirat im DJK-Diözesanverband, die Jugendlichen. „Und vielleicht merkt ihr dabei, dass Gott näher ist, als ihr denkt. Manchmal im Kopf, manchmal in den Beinen, manchmal im Team“, ergänzte Stephanie Seidel, Referentin für spirituelle Bildung beim DJK. Gemeinsam waren sie aus Münster nach Coesfeld gekommen. Unterstützung erhielten die beiden von mehreren Katechetinnen und Katecheten.
Nach einem kurzen Impuls begann das Warm-up, um überschüssige Energie loszuwerden. Anschließend starteten die Jugendlichen in ausgelosten Gruppen in den Parcours. Jede Einheit bestand aus drei Übungen, in denen es beispielsweise um Balance, Gemeinschaft, Kommunikation, Kooperation sowie Vertrauen und Zutrauen ging. An einer Station etwa stand das „Sich fallen lassen“ im Mittelpunkt. „Wer traut sich, rückwärts vom Sprungkasten zu fallen?“, fragte Katechet Lukas. Sofort meldete sich ein Firmling. Während Lukas erklärte, wie die anderen auf der Weichbodenmatte stehen müssen, um ihn sicher aufzufangen, gab Katechetin Tanja dem Freiwilligen Anweisungen: „Arme überkreuzen, Körper anspannen.“ Ein kurzer Blick zurück, dann ließ sich der Jugendliche fallen und landete sicher in den Armen seines Teams.
Nicht alle wagten diese Übung. Doch auch das ist Teil des Lernens: Mut zeigt sich manchmal im Tun, manchmal auch im Nein-Sagen. „Vertrauen bringt mich weiter. Und Vertrauen und Gemeinschaft gehören zusammen“, sagte ein Teilnehmer in der Reflexion.
Den Abschluss bildete ein Gottesdienst in der Turnhalle. Gemeinsam blickten die Jugendlichen auf eine Firmvorbereitung zurück, die durch den Körper ging und tief in die Seele hineinreichte.
Auch bei der Firmfeier selbst werden sie Gemeinschaft erleben: am Samstag, 28. Februar, 18 Uhr in St. Johannes der Täufer in Lette, am Sonntag, 1. März, 9 Uhr in der Anna-Katharina-Kirche und am Sonntag, 1. März, 11.30 Uhr in der St.-Jakobi-Kirche. Weihbischof Stefan Zekorn spendet den Jugendlichen das Sakrament.
Bildunterschrift:
Foto: Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe