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Weihbischof Zekorn und Pfarrer Ring plauderten beim Kochen

Gemeinsam mit dem Hobbykoch Ralf Steindorf standen Dr. Stefan Zekorn, Regionalbischof für die Bistumsregion Coesfeld-Münster-Warendorf, und Thomas Ring, Pfarrer der evangelischen Gemeinde in Billerbeck, bei "Steindorf kocht ..." am Herd.

Moderator Sebastian Kavermann, Pfarrer Thomas Ring, Weihbischof Dr. Stefan Zekorn und Ralf Steindorf (von links) servierten den rund 30 Gästen ein schmackhaftes Menu sowie viele Einblicke zu unterschiedlichen Themen.

Ökumene wird zur Selbstverständlichlkeit
Weihbischof Zekorn und Pfarrer Ring plauderten beim Kochen Coesfeld

(pbm/mek). Zahlreiche Töpfe und Schüsseln, vielerlei Gewürze sowie allerlei Zutaten belegten den Platz an den Kochfeldern der großen Vorführküche im Möbelhaus Stall in Coesfeld. Nach einer zweijährigen Corona-Zwangspause ging es am Freitagabend wieder los. Gemeinsam hatten Ralf Steindorf und das Kolping-Bildungswerk Diözesanverband Münster zu einer neuen Ausgabe der Reihe „Steindorf kocht …“ eingeladen.
Mit dem Hobbykoch standen Dr. Stefan Zekorn, Regionalbischof für die Bistumsregion Coesfeld-Münster-Warendorf, und Thomas Ring, Pfarrer der evangelischen Gemeinde in Billerbeck, am Herd. Ring war kurzfristig für die erkrankte Superintendentin Susanne Falcke eingesprungen. Zum Essen servierten die beiden Kirchenvertreter, die sich den zahlreichen Fragen von Bildungsreferent Sebastian Kavermann stellten, den rund 30 Gästen sowohl heitere als auch durchaus ernste Themen.

Zum Aperitif erzählten der 51-jährige Pfarrer und der 62-Jährige Weihbischof davon, wie sie als Jugendliche und junge Erwachsene den Glauben als Bereicherung für ihr Leben entdeckt hätten. „In einem Gebetskreis habe ich gemerkt, dass die Bibel etwas mit meinem Leben zu tun hat, und Jesus mich fasziniert. Deshalb habe ich mich darauf eingelassen, ihm nachzufolgen“, berichtete Zekorn, der in Recklinghausen aufgewachsen ist. „Bei mir war es unter anderem ein hervorragender Religionsunterricht, der mich motiviert hat, Theologie zu studieren“, erklärte Ring, der aus Hagen stammt.

Vieles verbindet die beiden Seelsorger, wie sie in ihren Gesprächen feststellten. Die Ökumene sei heutzutage in zahlreichen Bereichen eine Selbstverständlichkeit und ein Selbstläufer. Sicherlich gäbe es auch Trennendes, wie beispielsweise die Verständigung über Abendmahl und Eucharistie, aber die Ökumene werde immer mehr zu einem praktischen Miteinander. Auch beim Thema Krieg und christliche Friedenslehre herrschte ein deutliches Einvernehmen. „Einen strengen Pazifismus kann man nur für sich selbst leben. Wenn sich ein Land verteidigen will, hat es das Recht dazu. Wir haben die Pflicht, die Selbstverteidigung zu ermöglichen und zu unterstützen. Das ist ein herausforderndes Thema“, sagte Zekorn mit Blick auf den Krieg in der Ukraine. Und Ring fügte hinzu: „Ich sehe es genauso. Das Thema Waffenlieferungen ist schwierig. Mit ihnen wird kein Frieden geschaffen. Aber nur so können wir den Menschen helfen, dass sie leben dürfen. Es ist ein unseliger Angriffskrieg.“ Und mit Blick auf die deutsche Geschichte stellten sie fest, dass die heutige Freiheit den Waffen der Alliierten zu verdanken sei. „Ich mag den Gedanken nicht, aber es ist einfach so. Wichtig ist, dass der Frieden in den Köpfen und Herzen Einzug hält“, sagte Zekorn.

Bei aller Einigkeit über Themen wie den Umgang mit Autokratien, Fake-News in den sozialen Medien, die Querdenker-Szene und totalitären Strukturen fanden sich dann doch in einer lockeren Fragerunde auch Unterschiede. Während Ring bei zahlreichen musikalischen Stilrichtungen – außer bei Mozart – Entspannung findet, ist es gerade dieser Komponist, dessen Musik Zekorn zur Ruhe kommen lässt. Und als der evangelische Pfarrer auf die Frage antwortete, dass sein Herz mehr für Borussia Dortmund als für Schalke 04 schlage, sorgte diese Antwort bei dem Weihbischof für Unverständnis.

Seit 2014 lädt Steindorf, der selbst politisch und gewerkschaftlich tätig ist, immer wieder Vertreter aus der Kirche oder der Politik zu seiner Mischung aus Talk- und Kochshow ein. Ihm ist es ein Anliegen, unterschiedliche Menschen zusammenzubringen und zu Wort kommen zu lassen. Und während es sich die Zuhörerinnen und Zuhörer, zu denen sich Zekorn und Ring zwischendurch gesellten, bei Erbsensuppe mit Lachs, Matjes mit Dipp, StielmusKartoffelpüree mit Garnelen und einem Erdbeerkuchen zum Abschluss gutgehen ließen, sorgte Steindorf mit zahlreichen Helferinnen und Helfern unter anderem von der Kolpingsfamilie Billerbeck im Hintergrund für einen reibungslosen Ablauf.

 

Foto:
Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe
23.04.2022

Matomo