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    Fußwallfahrt von Gerleve nach Billerbeck

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    In luftiger Höhe im Hochseilgarten Dülmen

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    Blick auf die Coesfelder Kirchtürme

    (v.l.: Anna Katharina, St. Jakobi, Evgl. Kirche, St. Lamberti)

Strukturprozess des Bistums in allen Dekanaten im Kreisdekanat Coesfeld diskutiert

Inzwischen haben die Veranstaltungen zum Strukturprozess in unseren drei Dekanaten Lüdinghausen, Coesfeld und Dülmen und Werne stattgefunden.

Sie bilden das Regionalteam für die Region Coesfeld-Münster-Warendorf (von links): Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, Maria Bubenitschek und Matthias Schlettert.

Strukturprozess des Bistums in allen Dekanaten im Kreisdekanat Coesfeld diskutiert

Mit einem sogenannten Strukturprozess möchte sich das Bistum Münster für die Zukunft neu aufstellen. Zu Gesprächen über diesen Prozess versammelten sich die hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger sowie Gremienvertreterinnen und -vertreter aus den Pfarreiräten und Kirchenvorständen inzwischen in allen Dekanaten unseres Kreisdekanats.

 Die Veranstaltungen sind Teil des laufenden Prozesses zur Entwicklung der pastoralen Strukturen und finden in allen Dekanaten statt. Der Prozess bindet die Katholikinnen und Katholiken vor Ort in Entscheidungen ein. Deshalb sind die Grenzen der sogenannten pastoralen Räume, in denen künftig die Seelsorge für mehrere Pfarreien mit einem Pool an Seelsorgerinnen und Seelsorgern umgesetzt werden soll, ausdrücklich Vorschläge und keine Vorgaben.

 Vorgestellt wurden die Überlegungen von Weihbischof Dr. Stefan Zekorn, Maria Bubenitschek, die in der Bistumsverwaltung die Hauptabteilung Seelsorge leitet, und Pastoralreferent Matthias Schlettert. Sie bilden das Regionalteam für die Region Coesfeld-Münster-Warendorf. Schlettert betonte zu Beginn, dass es erklärtes Ziel sei, auch künftig unter deutlich veränderten Rahmenbedingungen die Verkündigung des Evangeliums in der Fläche zu ermöglichen. Es gehe nicht um neue Zusammenlegungen von Pfarreien. Stattdessen sollen pastorale Räume geschaffen werden, in denen sich die weiterhin eigenständigen Pfarreien stärker vernetzen und zusammenarbeiten.

Im Herbst des vergangenen Jahres hatte das Bistum in einer Auftaktveranstaltung vorgeschlagen, im Dekanat Lüdinghausen einen pastoralen Raum zu bilden, der die Pfarreien in Senden, Lüdinghausen, Olfen und Nordkirchen umfasst. Die Ascheberger Pfarrei könnte mit den im Kreis Warendorf angrenzenden Kirchengemeinden in Drensteinfurt und Sendenhorst ebenfalls einen pastoralen Raum bilden. „Die Orte verbindet eine ähnliche Struktur, obwohl eine Kreisgrenze überschritten wird“, erläuterte der Weihbischof. Er betonte, dass es bei dem Treffen, an dem auch Vertreterinnen und Vertreter der Pfarrei St. Ludger Selm teilnahmen und ihre Anliegen einbrachten, darum ginge, ein Meinungsbild zu erhalten. „Ich bitte Sie, die Vorschläge und Perspektiven, über die wir gemeinsam gesprochen haben, in ihren Gremien zu beraten“, erklärte er. Zekorn und Schlettert baten die Anwesenden, sich nach den Gesprächen mit ihren Ideen oder konkreteren Wünschen bis spätestens Oktober zurückzumelden. Die Vorschläge würden anschließend in der Projektgruppe beraten.

Im Dekanat Coesfeld-Dülmen hatte das Bistum drei pastorale Räume vorgeschlagen. Demnach könnten die Kirchengemeinden in Rosendahl, Billerbeck, Havixbeck und Nottuln einen pastoralen Raum in den Baumbergen bilden, einen weiteren die vier Pfarreien in Dülmen. Die drei Kirchengemeinden in Coesfeld und Lette könnten den dritten pastoralen Raum bilden. Mit dieser Aufteilung erklärten sich die Teilnehmenden weitestgehend einverstanden. Sie merkten aber an, dass gerade der pastorale Raum mit den Gemeinden der Baumberge sehr groß sei. Da stelle sich die Frage, wie er künftig personell ausgestattet werden solle. Ebenso äußerten einige Anwesende, dass es sei schwierig, zu einem Zeitpunkt Entscheidungen zu treffen, wenn noch nicht alle bestehenden Fragen beantwortet seien. „Die Befürchtung kann ich nachvollziehen. Aber wir möchten Sie an dem Prozess beteiligen. Deshalb sind zahlreiche Punkte noch in der Diskussion“, betonte Zekorn das Vorgehen. Die Grenzen sollen in den kommenden Wochen final in den örtlichen Gremien besprochen werden.

Für das Dekanat Werne hatte das Bistum einen pastoralen Raum mit den Kirchengemeinden in Selm, Lünen, Cappenberg und Werne vorgeschlagen, also den Gemeinden, die dem Kreis Unna angehören. Die Ausführungen des Regionalteams wurden bei der Veranstaltung unterschiedlich diskutiert. Angemahnt wurde sowohl von Haupt- als auch von Ehrenamtlichen, die künftige Seelsorge auch inhaltlich zu gestalten, statt den Blick zu sehr auf Strukturen zu richten. Fragen nach dem grundsätzlichen Zweck der neuen Strukturen und Bedenken, ob die Bedürfnisse der Menschen vor Ort ausreichend in den Blick genommen werden, wurden offen ausgesprochen. Eine Besonderheit sei die Stadt Lünen, die durch die Lippe getrennt sei. Der Fluss bilde die Grenze zwischen dem Bistum Münster und dem Erzbistum Paderborn. „Diese Grenze existiert nicht in den Köpfen der Menschen. Es gibt eine gute Zusammenarbeit mit den Gemeinden, auch über Konfessionen hinweg“, sagte Michael Mombauer, Pfarrer in St. Marien Lünen. Zudem gab es zu den Vorschlägen des Bistums weitere Anmerkungen und Anliegen aus dem Dekanat.

Basierend auf bisherigen Rückmeldungen zum Strukturprozess nannte der Weihbischof die weiteren zentralen Felder des Prozesses: Leitungsformen, Freiwilligenmanagement, das Verhältnis Pfarrei zu seelsorglichen Aufgaben in Einrichtungen sowie die Rollen- und Aufgabenklärung. Auf Bistumsebene arbeiteten 14 Prozess- und Themengruppen aus Haupt- und Ehrenamtlichen an der strategischen Ausrichtung in diesen Feldern. „Wir brauchen künftig eine stärkere Zusammenarbeit der Pfarreien und der Teams“, sagte Weihbischof Zekorn angesichts von sinkenden Zahlen der Katholiken, des pastoralen Personals und der Kirchensteuereinnahmen. Es gehe jedoch nicht nur darum, einen Mangel zu verwalten, „sondern eine Pastoral der Zukunft zu gestalten vor dem Hintergrund des Mangels“. Dass es bei den pastoralen Räumen um Strukturveränderungen gehe und weniger um das Finden eines pastoralen Identifikationsraumes, machte Maria Bubenitschek deutlich. „Was vor Ort in den Pfarreien weiterhin möglich sein wird, hängt maßgeblich von den Menschen ab, die sich haupt- und ehrenamtlich engagieren“, ermutigte sie.

Das Regionalteam bat in allen Veranstaltungen darum, dass sich die Pfarreien bis Ende Oktober mit ihren Stellungnahmen zu dem vorgeschlagenen pastoralen Raum zurückmelden. Die Vorschläge würden anschließend in der Projektgruppe beraten. Zum Abschluss dankte Zekorn den Anwesenden für ihre differenzierten und vielstimmigen Aussagen.

Nähere Informationen, auch zu den vorgeschlagenen pastoralen Räumen, gibt es im Internet auf der Seite www.bistum-muenster.de/strukturprozess.

 

 

Bildunterschrift:
Sie bilden das Regionalteam für die Region Coesfeld-Münster-Warendorf (von links): Weihbi-schof Dr. Stefan Zekorn, Maria Bubenitschek und Matthias Schlettert.

 

Foto: Bischöfliche Pressestelle

 

Matomo