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Stefan Kratochvil wird Ständiger Diakon in St. Marien in Lünen

Eigentlich war dieser Weg nur konsequent, aber Stefan Kratochvil wäre niemals auf die Idee gekommen, ihn zu gehen. Doch eine Anmerkung seines ehemaligen Pfarrers Clemens Kreiss hatte ihn ins Grübeln gebracht.

Stefan Kratochvil aus Lünen wird am Sonntag, 13. November, gemeinsam mit neun weiteren Männern zum Ständigen Diakon geweiht.

Dort engagieren, wo die Menschen Hilfe brauchen
Stefan Kratochvil wird Ständiger Diakon in St. Marien in Lünen


Lünen (pbm/mek). Eigentlich war dieser Weg nur konsequent, aber Stefan Kratochvil wäre niemals auf die Idee gekommen, ihn zu gehen. Doch eine Anmerkung seines ehemaligen Pfarrers Clemens Kreiss hatte ihn ins Grübeln gebracht. „Er hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, ständiger Diakon zu werden. Da habe ich mich erstmal informiert, was das ist. Und er hat Recht gehabt“, sagt Kratochvil lachend. Das war vor sechs Jahren. Inzwischen hat der 42-Jährige Theologie im Würzburger Fernkurs studiert und anschließend die Ausbildung zum Ständigen Diakon berufsbegleitend im Institut für Diakonat und pastorale Dienste des Bistums absolviert. „Das war eine tolle Zeit. Wir hatten sehr gute Dozenten, und ich habe interessante Menschen kennengelernt“, ist Kratochvil begeistert. Denn er habe nicht nur für sein Engagement als Diakon gelernt, sondern auch für sich selbst viel mitgenommen.

Es ist der Dienst an den Menschen, der ihm am Herzen liegt. „Und das aus meinem Glauben heraus. Die Seelsorge ist wichtig, aber für mich ist das diakonische Engagement das Richtige“, betont der Diplom-Ingenieur, der in der Eifel aufgewachsen ist. Seit seiner Kindheit in Euskirchen und auch während des Maschinenbaustudiums in Aachen hat er sich vielfältig in seiner Heimatpfarrei engagiert. „Dann kamen ein paar Jahre, in denen ich nichts gemacht habe. Denn mein Kirch- und mein Lebensort waren nicht die gleichen“, berichtet er.

Das hat sich vor zehn Jahren geändert, als er gemeinsam mit seiner Ehefrau Antje in die Lünener Innenstadt in die Nähe der St.-Marien-Kirche gezogen ist. Seitdem engagiert sich das Paar in der Pfarrei und hat auch dort eine neue Heimat gefunden. „Ich bin als Kommunionhelfer aktiv, arbeite im Pfarreirat und bei den geistlichen Impulsen auf unserer Homepage mit“, nennt Kratochvil einige Beispiele. Aber sein Steckenpferd sind die ehrenamtlichen Aufgaben im karitativen Bereich wie zum Beispiel im Arbeitskreis „Flüchtlinge in Lünen“, der seine Wurzeln unter anderem in der Pfarrei hat. Da gibt er Nachhilfeunterricht oder hilft, wenn Hilfe benötigt wird. Aber auch der Faire Handel und die sozialen Fragen sind seine Themen. „Ich engagiere mich ebenso in der Gewerkschaft und bin an meiner Arbeitsstelle zum Vertrauensmann für Mitarbeitende mit Behinderungen gewählt worden“, berichtet er. Kratochvil ist bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSA) des Bundes beschäftigt. „Wir sind in Datteln für den Betrieb und die Unterhaltung der westdeutschen Kanäle zuständig. Ich arbeite im Bereich Neubauten für Kanäle und plane Schleusen“, erläutert begeisterte Rennradfahrer, der gemeinsam mit seiner Frau die Urlaube am liebsten auf der Insel Sylt verbringt.

Neben seinem Beruf wird er als Ständiger Diakon ehrenamtlich in seiner Pfarrei mitarbeiten. „Ich möchte das machen, was gebraucht wird. Aber ich habe schon gemerkt, dass mir die Arbeit mit Armen und Bedürftigen mehr liegt als mit alten und kranken Menschen. Aber es geht darum, was die Menschen brauchen und nicht darum, was ich gern hätte“, stellt er klar.

Am Sonntag, 13. November, wird Kratochvil gemeinsam mit neun weiteren Männern von Weihbischof em. Dieter Geerlings um 14.30 Uhr durch Handauflegung und Gebet zum Ständigen Diakon geweiht. Die Weihe wird auch auf der Homepage des Bistums unter www.bistum-muenster.de sowie auf dem Facebook- und YouTube-Kanal des Bistums live übertragen.

Stichwort Ständiger Diakon: Das 1970 in Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils im Bistum Münster wieder eingeführte Amt des Ständigen Diakons ist eine besondere Form des Diakonats. Die Männer – verheiratet oder unverheiratet – leisten ihren Dienst entweder hauptberuflich oder neben einem Zivilberuf. Diakone (wörtlich: Diener) sind durch das Weihesakrament beauftragt und gestärkt, Menschen in Notsituationen nah zu sein und beizustehen. Sie leiten Begräbnisfeiern, spenden das Sakrament der Taufe und assistieren bei der Eheschließung. Außerdem predigen sie und wirken in der Messe mit. Sie möchten die Botschaft Jesu in ihrem konkreten Lebensumfeld – am Arbeitsplatz, in der Gemeinde oder in Ehe und Familie – spürbar und erlebbar machen.

 

Foto:
Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe
08.11.2022

Matomo