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Merfelderin spricht im Podcast „kannste glauben“ über eine inklusive Kirche

Hell und Dunkel kann sie noch grob voneinander unterscheiden. Ansonsten ist Christiane Bernshausen aus Dülmen seit 15 Jahren nahezu blind. Vieles musste sie aufgeben.

Christiane Bernshausen aus Dülmen ist sehbehindert und spricht in einer neuen Folge von „kannste glauben“ aus Anlass des Sehbehindertenmonats über eine inklusive Kirche.

Wenn es dunkel wird: Christiane Bernshausen ist blind

Merfelderin spricht im Podcast „kannste glauben“ über eine inklusive Kirche

Dülmen (pbm/acl). Hell und Dunkel kann sie noch grob voneinander unterscheiden. Ansonsten ist Christiane Bernshausen aus Dülmen seit 15 Jahren nahezu blind. Vieles musste sie aufgeben. Ihre Leidenschaft, das Singen im Chor der katholischen Pfarrei nicht. Im Bistum Münster engagiert sie sich dafür, dass Menschen mit Sehbehinderung in der Kirche dabei sein können: Sie hat barrierefreie Führungen durch den Dom mitentwickelt, organisiert Besinnungstage – und ermutigt zu einem Perspektivwechsel. Wie inklusiv ist die Kirche? Über diese und weitere Fragen spricht Ann-Christin Ladermann mit ihr in einer neuen Folge von „kannste glauben“.

Anlass für das Gespräch ist der sogenannte Sehbehindertensonntag, ein bundesweiter Aktionsmonat des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes. In diesem Jahr sind die katholische und evangelische Kirche Aktionspartner. Rund um die kirchliche Arbeit wollen die Beteiligten für die Belange sehbehinderter Menschen sensibilisieren und einen Impuls setzen – für mehr Barrierefreiheit und Inklusion.

Aus Sicht von Christiane Bernshausen ist Kommunikation das A und O im Leben von Menschen mit Sehbehinderung. „Für uns ist es wichtig, dass alles gut beschrieben und kommuniziert wird, am besten ist es, wenn wir Dinge anfassen und haptisch erfahren können“, betont sie in der halbstündigen Podcast-Folge. Sie lobt die längst etablierten barrierefreien Führungen durch den St.-Paulus-Dom, die sie aus Anlass des Domjubiläums 2014 mitkonzipiert hat. „Wir erlaufen den Dom von vorne bis hinten, von rechts nach links und können dadurch die Dimension des Kirchengebäudes erfassen“, erklärt Christiane Bernshausen. Auch der Klang der gespielten Orgel helfe dabei, eine Raumvorstellung zu bekommen. „Es ist sogar manchmal möglich, die Orgelpfeifen anzufassen“, berichtetsie von einem besonderen Erlebnis.

Mehr Kommunikation wünscht sich die Dülmenerin bei Gottesdiensten. „Liedansagen wären sehr hilfreich und auch ein Ansprechen beim Friedensgruß, sollte es diesen in Form eines Händereichens nach Corona wieder geben“, sagt Christiane Bernshausen im Gespräch mit Moderatorin Ann-Christin Ladermann. Hilfreich sei vor allem das Angebot der Westdeutschen Blindenhörbücherei, in der sich Betroffene kostenfrei Medien ausleihen können, darunter auch die Bibel und Auszüge aus dem Gesangbuch der Kirche. „Das ist eine große Erleichterung“, freut sie sich.

Christiane Bernshausen möchte für die Situation von Menschen mit Sehbehinderung sensibilisieren und Berührungsängste abbauen. Bei „kannste glauben“ gibt sie einen Einblick in ihr Leben und erklärt, was Sehen heute für sie bedeutet: „Sehbehinderte Menschen nehmen anders wahr. Wir sind sensibler und achten viel mehr auf Stimmen, Geräusche und Gerüche. Viele Dinge sind unwichtiger geworden, die auch für sehende Menschen unwichtig sein sollten. Die Prioritäten verschieben sich.“

Die Folge des Bistums-Podcasts „kannste glauben“ mit Christiane Bernshausen ist im Internet auf der Homepage von „kannste glauben“ abrufbar. Zudem können alle Folgen der Reihe bei Spotify, podcaster.de, Deezer, Google Play und Itunes kostenfrei angehört und abonniert werden.

Pressedienst Bistum Münster
Foto: privat
07.06.2022

Matomo